Warum lieben und brauchen wir Süßes

Wir alle lieben Süßes, denn es macht bekanntlich glücklich! Aber, es gibt da ganz gravierende Unterschiede und das weiß auch die Industrie gut für sich zu nutzen.

Besonders effektiv können WIR die Wirkung unserer Nahrung mit dem gezielten Einsatz des Geschmacks (Rasa) steuern. Ayurveda beschreibt 6 Geschmacksrichtungen, die direkten Einfluss auf unsere Doshas (Unseren Typ, also Vata, Pitta oder Kapha) und den Stoffwechsel sowie unsere Psyche ausüben. 

Wir alle lieben Süßes! Doch zum Einen ist süß nicht gleich süß und zum Anderen ist es tatsächlich ein Geschmack, den wir täglich benötigen und unbedingt zu uns nehmen sollten. Denn wir können Glück wirklich auch essen.

Unser Leben beginnt mit Süßem, der Muttermilch. Auch wenn ein Baby Ersatznahrung bekommt, ist diese süß. Ja, es gibt auch hier bereits Unterschiede, denn die Muttermilch einer Pitta- oder Vata-Mama ist weniger süß, als die einer Kapha-Mama. Das liegt daran, dass eine Kapha-Mama einfach als Typ von Haus aus viel Erde und Wasseranteile trägt, die sich im Geschmack süß wiederfinden.

Als ich damals in meiner Ausbildungszeit zur Ayurveda Ernährungs-Therapeutin begriffen habe, wie sich unsere eigene Zusammenstellung der Elemente, also unser Dosha auf unser gesamtes Leben, denken, handeln und fühlen und ja auch auf unsere Neigungen und den Gesundheitszustand auswirken, war ich überwältigt wie komplex Ayurveda ‚denkt‘. 

Und so ist es eben auch nicht verwunderlich, dass Menschen mit hohem Kapha-Anteil süßes lieben, Pitta süßes braucht um sein Feuer zu löschen, während es Vata Feuchtigkeit und ‚Bodenkontakt‘, also etwas Schwere zurückgibt.

Als Beispiel: Eine Kapha-Frau liebt es mit Freundinnen gemütlich bei Kaffee mit Kuchen und Sahne zu sitzen und zu plaudern (Vorsicht – sie traut sich nur oft nicht mehr, weil sie häufig eh schon zu viel Substanz auf den Hüften trägt und es die stressige Zeit meist auch gar nicht mehr zulässt) während eine Vata-Frau lieber den Rohkostsalat und einen Smoothe vorzieht und mit Freunden lieber wandern oder eben sporteln geht. Pitta-Frauen mögen beides, bevorzugen dann aber doch den Schokokuchen mit etwas Chili und verausgaben sich dann in einem sportlichen Wettkampf …und all diese Neigungen würden dafür sorgen, dass die Grundelemente ansteigen. Das trifft natürlich nicht immer so extrem zu, jedoch die Tendenzen sind meist auch für Nicht-Ayurveda-Spezialisten erkennbar. 

Nun, die Geschmacksrichtung SÜß bestehend aus den Elementen Erde und Wasser nährt unser Muskel- und Fettgewebe, ist also für deren gesunden Aufbau zuständig, es spendet Energie. JA, es sind die Kohlenhydrate – Stärke – Zucker aus z.B. Brot, Getreide, Honig, Kartoffeln, Nudeln aber auch aus Obst, Reis, Zuckerrüben und den Wurzelgemüsen. ABER auch Fette wie Ghee, Öl aus Ölsaaten, sowie Nüssen und Süßholz UND Eiweiß – aus Milch, Hülsenfrüchten, Fleisch, Huhn

Keine Frage, wir essen zu viel Zucker und Zuckerhaltiges, das ist ein Fakt.

Im Vergleich zur Vergangenheit, sei es nun vor 10 oder 100 Jahren ist unser aktueller Verbrauch gigantisch angestiegen und definitiv gesundheitsgefährdend. Wir sehen das an der rapide ansteigenden Zahl an Erkrankungen wie Diabetes, Herz-Kreislauferkrankungen, Bluthochdruck und und und….das sollte für uns alle alarmierend sein, doch wir ignorieren dies und konsumieren fleißig weiter. Nein, es sind nicht nur die Gummibärchen, Schokolade und co. Es sind vielmehr die versteckten Zucker in den ach so gesunden Säften, den Fertigprodukten, den vielen leeren Kohlenhydraten in Form von Brötchen, Teilchen, Nudeln die es an jeder Ecke inzwischen gibt. Leider auch den so leckeren Smoothes, Joghurts und Früchtequarks….alles überzuckert. Ja sogar in Wurst, Senf, Salatsoßen….überall findet sich Zucker. Was wir also am morgentlichen gekauften Müsli einsparen wollen, wenn wir es nicht mehr essen, holen wir uns dann im Wurstbrötchen wieder. 

Allein in Deutschland sind es 10% der Bevölkerung, die bereits erkrankt sind an Diabetes Mellitus oder erhöhtem Blutzucker leiden und jährlich kommen viele Millionen dazu, leider werden es auch immer mehr Kinder.

Aber das ist doch sicher längst bei Dir angekommen. Und sicher auch, dass es unterschiedliche Zucker gibt. Die richtig Bösen (weißer Haushaltszucker) und die, die in Reinform aus echter Nahrung kommen.

Im Ayurveda wird die Geschmacksrichtung Süß als eine von 6 genannt, die wir für unseren Körper wie auch Geist täglich benötigen. Das kann jeder selbst feststellen, wenn am Abend oder bereits am Nachmittag ein Süßhunger aufkommt, wenn wir vergessen haben diese Komponente in unser Essen aufzunehmen. Dann ist meist eine Handvoll Nüsse eine sehr gute Entscheidung, viel besser als der schnell überzuckerte Müsliriegel oder die zuckersüße Schokolade.

Süß ist auch die Liebe, die Geborgenheit, die Hülle, die uns schützt. Es ist ja kurz vor VALENTINSTAG, da beschenken wir unsere Liebsten mit etwas Süßem. Süß macht uns definitiv glücklich. 

Also gönne dir täglich etwas Süßes, das kann essbar aber auch fühlbar sein  Eine innige Umarmung hilft manches Mal genauso wie ein Stück Schokolade. Ein Kapha-Typ sollte allerdings sehr sparsam damit umgehen und z.B. vom Kartoffelbrei nur wenig nehmen, Vata und Pitta-Menschen dürfen gerne mehr davon nehmen.

Oh, es gäbe noch so vieles über unser süßes Verlangen zu schreiben, aber das würde dann in vielen Seiten enden…

Nächstes Mal geht es dann um die Geschmacksrichtung sauer.

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Fruchtig-heißes Aprikosen Chutney

Fruchtig-heißes Aprikosen Chutney

Portionen 3-4
Zubereitungszeit 15 minutes
Kochzeit 10 minutes
Gesamtzeit 25 minutes
Ernährungsform Ayurvedisch, Gluten Free, Vegan, Vegetarian
Mahlzeit-Typ Side Dish
Art/Typ Ayurvedisch

Zutaten

  • 200g frische reife Aprikosen (gewaschen, entkernt und geviertelt)
  • 1/2 TL Ghee (optional. Im Thermomix nicht notwendig)
  • 2EL Rohrohrzucker
  • 1/2 TL Steinsalz
  • 1 1/2 TL Ingwerpulver (frischer Ingwer geht auch)
  • 1/4 TL Schwarzer Pfeffer
  • 1/2 St. frische Chilischote
  • 1/2-1 TL Thymian (getrocknet oder frisch)
  • 40ml Apfel/Birnendicksaft
  • Saft einer 1/2 Zitrone
  • etwas Wasser (je nach Reife der Früchte)
  • etwas Honig (zum Abschmecken)

Notizen

Chutneys können praktisch mit allen Früchten frisch gemacht werden. Sie sind auch ganz simpel als vegane Beilage hergestellt. In diesem Fall einfach das Ghee und den Honig weglassen. Traditionelle Ayurvedische Chutneys beinhalten immer alle 6 Geschmacksrichtungen, so dass sie jede Mahlzeit vervollständigen können. (süß-sauer-salzig-scharf-bitter-zusammenziehend)

Zubereitung

Schritt 1
Die Früchte waschen, entkernen, klein schneiden. Je nachdem wie groß sie sind entweder vierteln oder achteln. Beim Chutney haben wir gern noch kleine Stücke drin
Schritt 2
Traditionell wird Ghee erhitzt, dann die Früchte kurz darin angeschwitzt. Danach kommen dann Rohrzucker, der getrocknete Ingwer (Pulver), Salz, Chili, Pfeffer, Dicksaft und evtl. eben ein klein wenig Wasser dazu. Zum kochen bringen.
Schritt 3
Das Ganz nur sehr kurz kochen lassen, bis die Struktur der Früchte sich gleich auflöst. Dann Chili, Thymian, Zitronensaft dazu. Abschmecken und evtl. in Gläser abfüllen. (da ist dann wie beim Marmelade herstellen.