Heißes Wasser

Wasser bedeutet Leben

Wir sind auf unserem blauen Planeten von Wasser umgeben. Von den Weltmeeren bis zur Badewanne, vom Mittelmeer zum Baggersee – wir lieben es darin zu schwimmen, unterzutauchen, darauf zu paddeln oder Wasser einfach nur bei Sonnenuntergang zu betrachten und dem Rauschen zuzuhören. Regen mögen wir meist weniger, aber Schneefall ist doch wundervoll, oder?

Wir sind uns hier in Deutschland oft gar nicht so bewußt, wie kostbar Wasser ist. Wir selbst bestehen zum größten Teil daraus, alle Pflanzen und Lebewesen brauchen es und doch wird es so oft achtlos weggeschüttet oder unnütz verbraucht oder gar vergiftet und vermüllt. Doch, das ist gar nicht mein Anliegen heute. Vielmehr möchte ich eine spezielle Anwendung dieses kostbaren Nass‘ näher betrachten – das Trinken von Wasser.

Äußerliche Anwendungen kennen wir z.B. von Pfarrer Kneipp und wer die Wechselbäder mit Wasser schon mal genutzt hat, weiss wie gut sie tun, Thermalbäder sind ein Segen für Menschen mit Rheuma, Arthrose oder anderen körperlichen ‚Wehwehchen‘. Erst vor Kurzem durfte ich selbst in einem solchen warmes und sprudelnden Wasser plantschen und meinem wehen Knie ging es danach einige Tage richtig gut.

Heißes Wasser ist auch eine der besten Therapien, um Vieles in unserem Körper zu lösen. Damit können wir den Stoffwechsel anschubsen, unsere Leitbahnen (Srotas) von Blockaden befreien oder auch Ablagerungen und Schlacken (Ama) in den Geweben lösen. Doch dazu wird es im Ayurveda nicht einfach nur mal abgekocht.

Je länger Wasser gekocht wird, um so feinstofflicher wird es. Es kommt dann sozusagen überall im Körper hin und kann Körper-Schlacken und Gifte, also AMA aufnehmen und abtransportieren. Je nach Absicht oder Anliegen kann es mit Informationen angereichert werden, wenn wir z.B. Kräuter oder Gewürze mit kochen. Zur Gewichtsreduktion z.B. können wir Bockshornklee oder schwarze Senfsamen mit kochen, es dann mit etwas Kurkuma und Honig abschmecken, dann gilt es als echtes Lekhana (Mittel um Gewicht zu reduzieren). Gekocht wird das Wasser dann mind. 20 Minuten bei mittlerer Hitze, so dass etwa die Hälfte davon reduziert wird. Um unseren Stoffwechsel morgens sanft zu wecken, gibt es nichts besseres, als heisses, abgekochtes Wasser. In den Ayurvedischen Schriften wird empfohlen, mit 1-2 Tassen heissem Wasser nach der Mund und Zungenreinigung den Tag zu starten. Wer das mal probiert hat, wird es nie mehr weglassen, denn bereits nach kurzer Zeit spürt man den Unterschied. Sowohl im Mund, als auch bei der Verdauung.

Wasser ist eines der 5 Elemente der Ayurvedischen Lehre

Die 5 Elemente – Äther/Luft/Feuer/Wasser/Erde ergeben immer Paarweise zusammen 1 Dosha – Vita/Pitta/Kapha (eine detaillierte Erklärung kommt ein anders Mal)

Wasser – wird zu einem kleinen Anteil zu Pitta zugeordnet und zu einem großen Anteil Kapha. Das bedeutet, dass Pitta aus etwas Wasser und sehr viel Feuer entsteht und Kapha aus viel Wasser und Erde. Die Eigenschaften, die sich daraus ergeben sind, dass Pitta heiß, beweglich, flüssig, leicht ölig, sauer und scharf ist. Kapha dagegen ist ölig, kalt, feucht, unbeweglich, schwer, weich, süß oder schleimig. All diese Eigenschaften finden wir in uns selbst und auch in Pflanzen, Nahrung, den Lebewesen.

So auch natürlich in den 6 Geschmacksrichtungen des Ayurveda. Es findet sich in süß mit Erde und in salzig mit Feuer. Das scheint jetzt erst mal verwirrend und kompliziert, daher ein kleines Beispiel:

Eine Salatgurke enthält sehr viel Wasser, ebenso wie Kokos, beide wirken daher kühlend und süß. So können wir uns das besser merken, dass wir durchaus leichter frieren, wenn wir diese Lebensmittel zu uns nehmen – süßes kühlt! Beruhigt aber auch erstmal einen Hitzkopf, es macht glücklich aber auch schwer. So sind diese beiden Lebensmittel ein Beispiel für wunderbar kühlend im Sommer und eher unangenehm kühlend im Winter. Auch Meersalz oder Steinsalz enthalten Wasser-Elemente, machen durch den Feueranteil jedoch leicht und scharf. Wir wissen dass übliches Haushalts-Salz Wasser bindet, wobei Steinsalz kein Wasser im Gewebe bindet. So ist die Kombination von Wasser und Salz ein wunderbares ‚Reinigungsmittel‘ für z.B. unsere Nase. Im Ayurveda wird bei der Nasenspülung gern täglich mit warmem Salzwasser empfohlen.

Bevor ich’s vergesse – natürlich können wir auch Ingwerwasser morgens trinken, es wärmt und belebt zugleich. Jedoch bitte nicht den ganzen Tag über. Simples gekochtes Wasser darf den ganzen Tag getrunken werden 🙂

Bevor es nun zu spezifisch wird möchte ich noch einmal die Besonderheit und den hohen Stellenwert von gutem Wasser hervorheben. Wir sollten viel viel mehr als reines, stilles und warmes Wasser täglich trinken – es ist wie duschen von innen.

„Wasser während der Verdauung ist Medizin. Wasser nach der Verdauung gibt Energie. Wasser während des Essens ist Nektar. Wasser nach dem Essen ist Gift“.Sprichwort aus der Caraka-Samhita

Namaste – Bleib gesund – Conni

Mächtig stolz – Ayurveda-Artikel in Naturheilpraxis

Artikel für HP-Zeitung-3370

Als ich Ende letzten Jahres die Frage gestellt bekam, ob ich für eine Naturheilkundliche Fachzeitschrift einen Artikel über Ayurveda schreiben möchte, war ich zuerst unsicher, ob ich das denn kann. Klar, die Idee fand ich klasse und freute mich natürlich über das Vertrauen. ABER, ich bin doch noch gar keine Fachfrau mit über 20 Jahren Erfahrung und 1000den von Beratungen, Kursen oder Seminaren. …ich sagte trotzdem zu…

Viele viele Stunden später ist es nun soweit, er ist veröffentlicht…puhhhh ein bisschen „Magenkrümen“ hab ich schon, wenn in Ayurveda-Fachkreisen dieser Bericht und das Video vermutlich sehr genau und kritisch betrachtet wird… o.k. ich geb’s gleich zu, ein paar kleine „Schnitzer“ sind passiert, aber ich hoffe, er gefällt Euch trotzdem.

Und doch bin ganz schön stolz auf mich 🙂  …ich hab in ein paar Weiterbildungen und Seminaren gelernt, dass ich das sein darf 🙂

…als ich 2012 meinen langjährigen Beruf aufgab um ganz in die „Welt des Ayurveda“ einzutauchen, bin ich voll ins Ungewisse gesprungen. JA, es war anstrengend und JA, ich bin sehr froh, dass ich mich auf mein zweites Standbein verlassen konnte. Diese beiden Optionen passen für mich perfekt zusammen und erfreuen und erfüllen mich jeden Tag mehr.

DANKE an ALLE, die mich begleitet haben auf meinem „neuen“ Weg!!! Ich finde ihn und EUCH großartig 🙂

Film_HP_2015-2

Nun, in diesem 1. Bericht geht es um den Zusammenhang zwischen unserer Nahrung mit deren 6 Geschmacksrichtungen (Rasa), den 5 Elementen (Mahabuthas) und wie diese unsere Gefühlswelt beeinflussen. Ein paar passende Rezepte stehen auch gleich dabei.

Probiert es doch mal aus und beobachtet Euch, bzw. Euer Umfeld.

Also, den Bericht könnt Ihr in der „Naturheilpraxis“ – Fachzeitschrift für Naturheilkunde, 68.Jahrgang November 2015 – www.naturheilpraxis.de nachlesen und das Video anschauen unter:    Zum Video

Stellt mir gerne Eure Fragen oder Anmerkungen dazu. Nur so können wir etwas dazu lernen.

Herzlichst Sat Nam –  Euer Pittagirl