Sehnsuchts-Rezept

Eigentlich wären wir jetzt in unserer zweiten Heimat und würden sicher Abends draussen essen mit unseren Freunden, am Feuer sitzen und das Leben genießen….aber es ist ja leider alles anders in diesem Jahr….

Als wir vor über 20 Jahren durch Südafrika gereist sind, haben erstmals Freunde dieses wunderbare Gericht für uns zubereitet. Damals noch mit Hackfleisch, denn es war dort vor so langer Zeit eher ungewöhnlich vegetarisch zu essen. Ein paar Jahre später habe ich es in vegetarischer Form noch einmal gegessen. Das war dann in Durban in einem Restaurant, direkt am Strand und was soll ich sagen, es hat mich verzaubert. War es die Atmosphäre im Lokal, die Stadt an sich oder einfach der unglaubliche ‚spicy‘ Geschmack des Linsen-Bobotie. 

In einem Supermarkt habe ich dann eine Gewürzmischung gefunden, die die Gewürze in kleine getrennte Kammern unterteilte und mit einer Schritt für Schritt Anleitung durchs Rezept führte. Es hieß ‚Nice ‚n Spicy‘ und so war der Name für meinen Blog ‚geboren‘ – Clever `n Spicy. 

Nun ist das ja immer so eine Sache mit Rezepten, denn bei der abgepackten Version stand natürlich nicht drauf, was da im einzelnen drin war. Es war praktisch ein Curry bzw. Masala und ich konnte es eben nur erahnen, denn meine Nase ist ja gut ausgebildet. Auf der Suche danach bekam ich allerdings eine Ahnung wie viele unterschiedliche Gewürze da drin stecken können. 

Der Ursprung kommt aus der Kap-malaiischen Küche, daher werden scharfe und süße Komponenten miteinander kombiniert. Ich persönlich liebe süß-scharfe Chutneys, daher gebe ich nicht Aprikosenmarmelade, sondern ein fruchtig-scharfes Chutney dazu. Gern Ananas-Mango oder Papaya-Kokos oder so. Die vielen Gewürze lassen es sehr intensiv schmecken und mir wird da jedenfalls immer warm ums Herz. Deshalb ist es für mich auch ein Sehnsuchts-Rezept.

Aktuell durften wir ja leider nicht nach Südafrika fliegen und so hole ich es mir eben nach München. 

Ob Du es nun gern mit gutem, frischen Hackfleisch oder in der vegetarischen Form mit Linsen zubereitest, der Duft wird dich verzaubern und wenn Du die Augen schließt, kannst Du das Meer rauschen hören, die Wärme spüren und die Farben Südafrikas fühlen.

Mein Rezept ist für 4 Portionen. Ich reiche es gerne mit Schwarzkümmel-Reis, frischen Bananen und Kokosflocken. Ein fruchtiges Chutney dazu sollte keinesfalls fehlen.

Bobotie

Bobotie

Conni
Ein ganz wundervolles Rezept aus Südafrika geht mit Hackfleisch oder Linsen (vegetarisch)
Vorbereitungszeit 20 Min.
Zubereitungszeit 35 Min.
Arbeitszeit 55 Min.
Gericht Hauptgericht
Land & Region Südafrika
Portionen 4 Personen

Equipment

  • Pfanne, Auflaufform, Topf, Schüssel, Beilagenschüsseln

Zutaten
  

  • 500 g Hackfleisch (Alternativ gekochte Tellerlinsen)
  • 40 g Weißbrot/Semmel vom Vortag Alternativ Haferflocken Glutenfrei
  • 200 ml Milch (Reis- oder Hafermilch)
  • 2 cm frischen Ingwer (geschält)
  • 2 Zehen Knoblauch (kleingeschnitten)
  • 1 große Zwiebel
  • 1 EL Ghee oder Kokosöl
  • 2 Eier (M)
  • 30 g Zitronensaft
  • 20 g Chutney Alterntiv Aprikosenmarmelade
  • je 1 Tl Koriandersamen, Kreuzkümmelsamen, Kurkuma, Zimt, Curry Frisch gemahlene Gewürze sind deutlich intensiver als fertige Pulver, jedoch braucht Zimt länger als die anderen Gewürze beim Mörsern.
  • 2 Nelken gemörsert
  • 3 Pimentkörner gemörsert
  • 4 Lorbeerblätter ganz lassen
  • 30 g Rosinen
  • 30 g getr. Arikosen (kleingeschnitten)
  • je 1/2 Tl Salz/Pfeffer

Anleitungen
 

  • Die grob geschnittenen Semmeln/Weißbrot in eine Schüssel geben und mit der Hälfte der Milch einweichen
  • Die Gewürze (Koriander, Kreuzkümmel, Zimt, Nelken und Piment) zusammen fein mahlen bzw. mörsern
  • Die Zwiebeln, Ingwer, Knoblauch klein schneiden und in etwas Ghee oder Kokosöl glasig andünsten. 3/4 aller Gewürze dazugeben und mitdünsten. 1/4 für den Schluß aufheben.
  • Das Fleisch oder die gekochten Linsen dazugeben, kurz anbraten.
  • Inzwischen das aufgeweichte Brot oder Haferflocken gut ausquetschen. Die Milch auffangen
  • Hitze reduzieren und 1 Ei, das Brot, den Zitronensaft, Salz, die Hälfte der aufgefangenen Milch zugeben und gut vermengen. Die Rosinen und das Chutney zugeben und wieder gut ineinanderkneten
  • Die Masse in eine vorgefettete Reine/Auflaufform geben und verteilen. Glattstreichen. 1 Ei mit dem Rest der Milch verqurilen und über die Masse verteilen.
  • Die Lorbeerblätter verteilt in die Masse stecken, so dass sie kaum noch rausstehen, den Zitronensaft darüber sprinkeln und noch den Rest der Gewürze drüberstreuen
  • Bei 180°C im Ofen backen, bis es eine goldene Farbe hat. Ca. 30 Minuten
  • Es passt wunderbar Reis dazu, Kokosflocken, eine Banade in Scheibchen geschnitten und Chutney oder gekochtes Gemüse
    Bobotie

Notizen

Es ist eines meiner Lieblings-Menüs aus Südafrika. Dort wird es meist Abends gegessen. Als Beigaben gibt es auch mal Couscous, verschiedene Gemüse und natürlich auch ein Gläschen Wein. Das Essen ist nicht schwer, durch die Banane und die Kokosflocken gleicht es die Geschmacksnerven gut aus, denn das Fleisch/Linsen ist durchaus intensiv. Spicy eben!
Aus Ayurvedischer Sicht, sind alle 6 Geschmacksrichtungen enthalten und daher eine ganz wunderbare Mahlzeit. Wer es gern vegetarisch möchte, tauscht einfach das Hackfleisch gegen gekochte Linsen aus. Ich mach es auch eher mit Linsen und es schmeckt ganz wunderbar. Die Linsen einfach nur mit einem Lorbeerblatt in Wasser vorher bissfest kochen. Je nach Linsen vorher einweichen, dann müssen sie nicht so lange gekocht werden. 
Lass es Dir schmecken
Conni
Keyword Hackfleisch, Südafrika, Vegetarisch

Himmlische Kürbisspalten

Sie sind orange, weiß grün, meliert, rund oder flach wie Ufos – Kürbisse

Ich liebe diese kräftige Farbe und den meist süßlichen Geschmack. Derzeit werden sie bei uns ja überall angeboten. Ob vom Stand am Straßenrand oder aus dem Bioladen, ihre Vielfalt und Aromen sind so vielfältig wie die Zubereitungsmöglichkeiten. Ob nun als Gemüse, gefüllt oder in Spalten aus dem Backofen, als Suppe oder Püree, als scharfes Chutney oder süße Marmelade…es gibt tausende Rezepte für sie.

Im Ayurveda gelten sie als KAPHA-Gemüse, sie haben kalte Eigenschaften, sind süß im Geschmack, sind nährend und aphrodisierend. Nährend und gewebeaufbauend heißt nicht, dass sie ‚dick‘ machen, sondern sehr wertvoll sind, um ein gesundes und festes Gewebe für uns aufzubauen. Wir brauchen ja Muskeln, Sehnen, Fasern usw. Sie sind auf jeden Fall sehr gesund – und zwar schon mal wegen ihrer intensiven Farbe 🙂 Klar, Beta-Carotin ist jede Menge drin, also super für die Augen, die Haut & Haare. Dabei haben sie selber sehr wenig Kalorien….also bitte aufpassen, was ihr so dazu gebt, wenn’s nicht „ansetzten“ soll. Im Ayurveda kümmern wir uns weniger um Mineralstoffe und Vitamine, aber auch das können die prächtigen Beeren in üppiger Konzentration liefern. Die Kürbiskerne werden sogar therapeutisch eingesetzt, denn sie gelten u.a. als antiparasitisch.

Auf meinen Reisen im südlichen Afrika habe ich meist den Butternut-Kürbis gegessen. Oft war er ’nur‘ mit etwas Butter und Salz, eingewickelt in Alu-Folie (ja ja ich weiss schon….) direkt aus dem Feuer. Oh war das herrlich lecker…denn nach einem heißen, aufregenden Tag im Busch (im Outback sozusagen), schmeckt ein Kürbis direkt gegart aus dem Feuer und für mich meist mit anderem Gemüse dazu, manchmal einem kleinen Stück Fleisch und einem Glas Wein dazu einfach unbeschreiblich gut. Es macht definitiv glücklich 🙂 …dann noch die Hintergrundgeräusche wie Hyänen, Elefanten oder so wahrzunehmen, noch die Wärme des Tages spüren….oh sorry, ich träume…

Also zurück ins hier und jetzt.

Wir haben immer noch Herbst hier in Europa, also die unstete VATA-Zeit, brauchen nährendes und warmes Essen, Ruhe und Entspannung…ein bisschen träumen und in schönen Erinnerungen schwelgen tut da echt gut. Ich nutze grade mehrfach die Sauna im Fitnessstudio, solange es noch offen haben darf und geniesse jeden Spaziergang draussen in der frischen Luft mit dem eleganten bunten Blätter-Regen. Lass Dich nicht runterziehen ins Dunkel…

Apropos Dunkel…am Samstag ist Allerheiligen, Halloween oder wie auch immer man in den unterschiedlichen Kulturen man den Wechsel von hell zu dunkel nennt. Das Wort „GURU“ bedeutet übrigens auch ‚vom Dunkeln ins Licht‘.

Bist DU interessiert an einer etwas anderen Halloween-Party? Dann wäre unsere im Team organisierte Online-Halloween-Party am Samstag Nachmittag bestimmt etwas für DICH. Mit Spaß, vielen fundierten Infos zu dieser besonderen Nacht im Jahr, mit Grusel und leckeren Zutaten….vor allem aber mit jeder Menge Freude… Ich schicke DIR total gerne den Link, damit Du dabei sein kannst. Die Teilnahme ist kostenfrei.

Hier kannst Du auch das leckere Rezept der marinierten Kürbisspalten aus dem Ofen kostenfrei downloaden. Lass es Dir Schecken

Herzlichst – Namaste Conni

Marinierte Kürbis-Spalten aus dem Backofen

Portionen 2-6
Zubereitungszeit 10 minutes
Kochzeit 1 hour
Gesamtzeit 1 hour, 10 minutes
Allergien Histamin, Soja, Weizen Gluten
Ernährungsform Gluten Frei, Vegan, Vegetarisch
Mahlzeit-Typ Hauptgericht, Mittagessen, Starter
Art/Typ Ayurvedisch, Halloween
aus dem Buch Die neue Ayurveda-Küche - K. Rosenberg und Team

Zutaten

  • 1 kg bzw. 1 mittelgroßer Kürbis (Es geht mit jeder anderen Kürbissorte natürlich auch)
  • Salz

Marinade

  • 1 Rosmarin (1-2 Zweige)
  • 3 EL Olivenöl
  • 3 EL Ahornsirup
  • 3 EL Sojasoße
  • 3 EL Zitronensaft

Notizen

Diese außergewöhnlich leckere Art, Kürbis zuzubereiten geht so schnell und läßt sich gut vorbereiten. Ich serviere sie dann schön angerichtet zum gesamten Menü dazu.

Damit die Spalten schön saftig werden, gebe ich nach einer Weile noch etwas Ingwerwasser dazu. Nur ganz wenig, so dass der Boden grade bedeckt ist. Mit einem Hauch Zimt in der Marinade bringt man noch einen leicht exotischen Duft mit dazu.

Vorsicht bei der Sojasoße, die kann Weizengluten enthalten, also aufpassen beim Einkaufen.

 

Zubereitung

Schritt 1
Den Kürbis waschen und am Besten mit einer Gemüsebürste abschrubben, denn die Schale bleibt dran. Ich nehme meistens einen Hokkaido-Kürbis, da kann ich die Schale später gut mitessen.
Schritt 2
Den Kürbis mit einem großen scharfen Messer halbieren, die Samen mit einem Löffel entfernen und in Spalten schneiden. Ideal finde ich sie in ca. 0,5cm dicke Scheiben. (Man kann übrigens die Samen sauber machen, trocknen und wieder einsetzten, sofern man einen Garten hat oder erst trocknen und dann rösten und übers Essen streuen.)
Schritt 3
Aus den restlichen Zutaten die Marinade herstellen. Rosmarin klein schneiden und zur Soße dazugeben. Nun die Kürbisscheiben darin wenden und entweder auf ein Backblech oder eine Kasserolle geben. Gleichmäßig auslegen. Die restliche Marinade dann gleichmäßig über die Spalten verteilen.
Schritt 4
Backofen evtl. vorheizen auf ca. 180 Grad und für etwa 50-80 Min. backen. Es kommt natürlich auf die Dicke der Spalten an, wie lange sie brauchen, bis sie richtig durch sind.
Also eher bitte immer wieder mal prüfen.